Rangergeschichte

Raus aus der Klasse
und rein in die Natur

Die Nationalparkrangerin Maria Klaunzer (Hohe Tauern) betreut Schulklassen und blickt nun auf drei spannende Erlebnisse im Gschlösstal zurück. Diese hat sie in ihrer Rangergeschichte kurz zusammengefasst.

(c)Martin Lugger

Drei Tage im Nationalpark

Im Mai und Juni kommen gerne Schulklassen für einige Tage zu uns in den Nationalpark Hohe Tauern. Das „Standardprogramm“ umfasst einen Tag bei den Umbalfällen im Virgental, einen Tag verbringen wir ausgerüstet mit Ferngläsern und Spektiv zur Wildtierbeobachtung im Kalser Dorfertal und an einem Tag machen wir eine Öko-Rallye im Gschlösstal. Die drei Erlebnisse, an die ich mich noch sehr gut erinnere, fanden am letzten Tag im idyllischen Gschlösstal statt.

Das hat zum einen wohl damit zu tun, dass die Kinder dann schon den dritten Tag intensiv miteinander verbringen. Erfahrungsgemäß sind die Nächte bei Klassenfahrten eher schlaflos, manche Kinder sind vom Heimweh geplagt, aber meist schweißt ein solcher Ausflug die ganze Klasse fest zusammen. Zum anderen ist das Gschlösstal vor allem in Kombination mit der Ökorallye immer für ein Highlight gut.

An eine Klasse kann ich mich noch sehr gut erinnern: einerseits, weil die Klasse besonders war, andererseits, weil der Tag ein ganz besonderer war.

Wir hatten schon zwei Ausflugstage hinter uns. Am dritten und letzten gemeinsamen Tag starteten wir unsere Tour beim Matreier Tauernhaus. Auf dem Weg wurden wie immer laufend Spiele und Rätsel gemacht. Ich erinnere mich nicht mehr exakt an die Spiele, denn es waren drei andere Begebenheiten an die ich mich bis heute gerne zurückerinnere.

(c)Andreas Rofner

Bartgeier

Tierbeobachtung der besonderen Art

Obwohl die als Wildtierbeobachtung ausgeschriebene Tour schon am Vortag war, hatten wir im Gschösstal viel Glück. Wir entdeckten nicht nur zwei Steinadler, sondern auch noch zwei imposante Bartgeier, die über dem Gschlösstal ihre Kreise zogen. Und damit noch nicht genug! Wir konnten neun Gänsegeier beobachten. Unsere Begeisterung war grenzenlos. Mit Schmunzeln denke ich zurück, dass wohl ich es war, die von der gesamten Gruppe die größte Freude hatte.

Für die Schüler war das natürlich schon auch ein Erlebnis, aber ich glaube sie gehen bis heute davon aus, dass Erlebnisse wie diese in diesem Tal zum Alltag gehören.

Wie wenn man im Alpenzoo die Braunbären beobachtet: Das ist natürlich toll, aber wenn man am nächsten Tag wieder kommt, sind sie ja immer noch da und am selben Platz wie am Vortag.

Ich versuchte den Kindern zu verdeutlichen, dass das auch für mich etwas ganz Besonderes war und wir selbst hier im Gschlösstal manchmal keinen einzigen großen Vogel sehen, geschweige denn die gesamten Highlights an einem Tag.

In diesem Tal, zwischen den beiden Almdörfchen Außer- und Innergschlöss, haben die Bauern vor vielen vielen Jahren eine kleine Kapelle in einen großen Felsbrocken gebaut. Die bekannte und wunderschöne Felsenkapelle. Die Klassenlehrerin holte damals alle Schüler in die Kapelle und stimmte dort ein Lied an. Die Kinder sangen mit einer unglaublichen Begeisterung. Nicht einstimmig sondern dreistimmig! Erst daraufhin erfuhr ich, dass ich mit der Musikklasse der Schule unterwegs war.

Auf dem Rückweg ereilte uns dann das dritte Erlebnis. Wenige Minuten bevor wir unser Ziel, den Bus der die Kinder wieder nach Hause bringen sollte, erreichten, sahen wir etwas was uns gar nicht gefiel: Von hinten kam mit unglaublicher Geschwindigkeit eine graue Regenwand auf uns zu. Wir hatten kaum mehr Zeit unseren Regenschutz auszupacken und loszulaufen als uns schon die ersten dicken Tropfen in den Nacken prasselten. Die meisten Kinder, die Lehrerin und ich waren trotz Regenschutz bis auf die Unterwäsche triefnass. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch - ganz im Gegenteil: Wir verabschiedeten uns lachend voneinander und behalten die gemeinsame Zeit in guter Erinnerung.

 

Text: Maria Klaunzer

(c)Emanuel Egger

Felsenkapelle

(c)Martin Wendler

Innergschlöss

 
 

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