Rangergeschichte

Natur zum
Staunen

Nationalpark Rangerin Eva-Maria Klaunzer (Hohe Tauern) berichtet von ihrer Begeisterung mit der sie ihre Berufung ausübt und von der Wasserschule, die einen spannenden Teil ihrer Tätigkeiten im Nationalpark ausmacht.

Rangerin Eva
(c)Martin Lugger

Nicht nur Beruf, sondern auch Berufung

Ich bin jetzt das vierte Jahr mit Freude und Leidenschaft in meinem neuen Beruf als Rangerin tätig. Rangerin im Nationalpark Hohe Tauern zu sein ist nicht nur Beruf, sondern auch Berufung!

Obwohl ich im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern aufgewachsen bin und mich immer schon für die Natur interessiert habe, hat mich erst die Ausbildung zur Nationalpark Rangerin richtig für den Artenreichtum und die Besonderheiten in meiner eigenen Heimat sensibilisiert. Ich gehe jetzt mit viel offenere Augen durch die Natur und entdecke, an Orten an denen ich schon x-mal war, immer wieder neue, spannende Pflanzen und Tiere die mich staunen lassen. Das bringt natürlich auch Nebenwirkungen mit sich. So dehnen sich Bergtouren jetzt länger aus als früher, weil ich mal wieder eine seltene Pflanze entdeckt habe und ich höre auch nicht selten den (leicht genervten) Satz: „Was hast du denn jetzt schon wieder für ein Käferl entdeckt?!“, wenn sich der Abstand zu meinen Mitwanderern wieder einmal vergrößert.

Eine Frau steht neben einem Baum und fasst ihn an.
(c)NPHT Tom Specht

Spielerisches Lernen in der Wasserschule

Ein sehr spannender Teil meiner Arbeit als Rangerin ist die Wasserschule. Dort lehren wir Kindern spielerisch den Umgang mit diesem wertvollen Gut, dass im Nationalpark Hohe Tauern durch seine vielen Bäche, Seen, Wasserfälle und Gletscher schon fast selbstverständlich ist. Mein Lieblingsteil der Wasserschule ist, wenn ich mit den Kindern raus gehe in die Natur, an einen Bach, und wir dort nach den vielen kleinen Tieren im Wasser suchen, wie beispielsweise Eintagsfliegenlarven, Steinfliegenlarven oder Strudelwürmern. Bei diesem Programm geht es den Kindern oft wie mir während meiner Ranger-Ausbildung. Oft waren die Kinder an diesen Stellen schon mit ihren Eltern oder Freunden, sie kennen sie meist sehr gut.

Dann schicke ich die Kinder, mit Pinsel und Becher bewaffnet, auf die Suche nach Wassertieren, die sich oft unter den Steinen verstecken. Wenn dann das erste Kind ein Tier entdeckt hat, geht es erst richtig los. Alle Kinder durchwaten den Bach und können fast nicht mehr aufhören nach Wassertieren zu suchen. Sie sind dann ganz aus dem Häuschen, dass sie früher noch nie darauf geachtet haben bzw. noch nie so ein Tier gesehen haben.

Wenn wird die Wasserbewohner dann unter dem Mikroskop anschauen, kommt von "Wow", "Cool" bis hin zu "Wääääh" und "Igitt" jede Reaktion von den Kindern. Für die Schülerinnen und Schüler ist das immer ein einprägendes Erlebnis und wenn sie das nächste Mal die Frage gestellt bekommen, was denn alles im Wasser leben kann, hört man auch andere Tiere als Fisch und Frosch.

Vogel
(c)NPHT Rieder

Ein richtig nettes Erlebnis hatte ich einmal bei der Wasserschule, als ich den Kindern erzählt habe, wer diese Tiere gerne verspeißt, nämlich nicht nur Forelle & Co, sondern auch Tiere wie die Wasserspitzmaus und Wasseramsel. Als ich gerade dabei war zu erklären, wie es die Wasseramsel schafft, so gut zu tauchen und trotzdem fliegen zu können, wie es ihr gelingt, dass nicht durch Schnabel und Ohren Wasser eindringt, wie sie auch unter Wasser sehen und so lange ihren Atem anhalten kann, sagte ein Mädchen plötzlich: „ Boah, ist die Wasseramsel ein Roboter?“.

Ich fand das so nett, weil dieser Satz ausdrückte, wie unglaublich die Wasseramsel ist. Und unglaublich im wahrsten Sinne des Wortes, dass Mädchen konnte einfach nicht glauben, dass die Natur die Wasseramsel zu so einem „coolen Tier“ gemacht hat.

Es macht mir immer wieder Freude, wenn ich sehe, wie vor allem Kinder die Natur entdecken, wie gut sie Sachen auf den Punkt bringen und vor allem staunen können über das Wunder der Natur.

 

Text: Eva-Maria Klaunzer

 
 

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