Rangergeschichte

Nationalparktage
for Future

Ranger Andreas Zach (Neusiedler See – Seewinkel) erzählt von seinem neuen Arbeitsalltag als Nationalpark-Lehrer am Schulcluster Illmitz. Dabei wollte er eigentlich nichts anderes als Nationalpark Ranger sein. Wie später alles anders kam, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen.

Mann
(c)Thomas Starkmann

Wir schreiben den August im Jahre 2019, und eigentlich sollte ich mich langsam bereit machen wieder Schulklassen aus ganz Österreich im Nationalpark zu empfangen, um ihnen unsere faszinierende Natur- und Kulturlandschaft näher zu bringen. Eigentlich... Denn ab diesem Herbst ist für mich alles anders. Ab jetzt bin ich für die Planung und Durchführung der neuen Schulkooperation zwischen dem Schulcluster Illmitz und dem Nationalpark zuständig. Jede Klasse von der ersten Volksschule bis zur vierten Klasse Mittelschule bekommt jeden Monat einen ganzen Nationalparktag wo wir die verschiedensten Themen durchgehen werden. So sitze ich also da und plane Workshops, entwickle Arbeitsblätter, spreche mich mit den verschiedenen Abteilungen des Nationalparks über eine mögliche Zusammenarbeit ab, kaufe Materialien und studiere die Lehrpläne der unterschiedlichen Schulfächer.

Puh, ganz schön anstrengend das Ganze. Dabei will ich doch eigentlich nur draußen in der Natur sein und sehen wie die Schülerinnen und Schüler darin aufgehen Insekten zu fangen, Vögel zu entdecken und Pflanzen richtig zu bestimmen. Ich möchte die Lehrer und Lehrerinnen dabei beobachten wie sie die unentdeckten Talente ihrer Schüler und Schülerinnen oft zum ersten Mal wahrnehmen und Vorurteile beginnen sich aufzulösen. Ich möchte das Staunen der Kinder und Jugendlichen sehen, wenn sie die Vielfalt und die Faszination unserer Natur erleben. Auf einmal werden vermeintlich schlechte Schülerinnen und Schüler zu Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforschern und haben einen irrsinnigen Spaß dabei.

Aber nein, ich sitze hier bei meinen Planungen vor dem Computer, muss in Zukunft in den Klassenräumen stehen und in gelangweilte, auf die Pause wartende, Gesichter blicken. Na, das kann was werden...

Nun schreibe ich diesen Text hier mehr als ein Jahr später Anfang 2021. Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns allen. Und ich muss gestehen, ich möchte nicht mehr tauschen. Ich habe in keine gelangweilten Gesichter geblickt und ich möchte hier auch nicht von einem einzelnen Ereignis berichten. Dazu war das ganze Jahr viel zu spannend. Ich konnte viel mehr Themen mit meinen Schulklassen bearbeiten als das bei normalen Projekttagen für mich im Nationalpark möglich war. Auch die Planung war spannender als ich es mir vorgestellt habe. Ich habe viel recherchieren müssen und dabei selber so einiges Neues gelernt. Und draußen war ich auch viel mit meinen Schülerinnen und Schülern. Und das bei jedem Wetter, denn normalerweise haben wir hier im Seewinkel nur in der wärmeren Jahreszeit Schulkassen zu Besuch. Wir haben im Nationalpark Müll gesammelt, an Pflegemaßnahmen teilgenommen, Vogelfutterknödel und Nistkästen selber hergestellt, mit den Mittelschülerinnen und Mittelschülern ein Windrad aus einem alten Fahrrad gebaut, den Schulteich wieder revitalisiert und Ausflüge in den ungarischen Teil des Nationalparks gemacht. Waren wir nicht draußen in der Natur, haben wir Workshops über den Klimawandel oder den Umweltschutz im Alltag gemacht. Kurz, ich konnte mich umweltpädagogisch verwirklichen und bin echt überrascht wie viel Spaß es mir macht als Lehrer an einer Schule tätig zu sein. Gut, vielleicht liegt es auch am Unterrichtsfach.

 

Text: Andreas Zach

Gruppenfoto im Nationalpark mit einer Schulklasse
(c)Archiv Schulcluster Illmitz

 
 

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