Nationalpark Donau-Auen

Frühlingszeit
Ölkäferzeit

Aufgrund der milden Temperaturen sind bereits viele Ölkäfer im Nationalpark Donau-Auen zu beobachten. Das Insekt des Jahres, der prächtige Schwarzblaue Ölkäfer, zählt zu den hier anzutreffenden Arten.

© Baumgartner

Das giftigste Tier der Au ist wieder unterwegs: Zahlreiche Ölkäfer können nun als metallisch schillernde Frühlingsboten beobachtet werden. Mehrere Arten kommen vor, darunter der weit verbreitete Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabeus), der auch im Nationalpark Donau-Auen häufig anzutreffen ist. Er ist das Insekt des Jahres 2020.

Typisch ist das Aussehen als auffälliges, plumpes und flugunfähiges Insekt. Der Ölkäfer hat stark verkürzte, metallblau glänzende Deckflügel. Das zweite Flügelpaar fehlt. Die Weibchen werden maximal 35 mm lang und können bis zu 10.000 Eier im Hinterleib tragen, der dann stark anschwillt. Die Männchen sind kleiner und haben geknickte Fühler.

Die Entwicklung der Ölkäfer ist sehr kompliziert und risikoreich. Die Weibchen legen ihre Eier in eine kleine, selbst gegrabene Höhle in sandigen Boden. Es schlüpfen Larven, die eine Blüte erklettern und dort auf eine Wildbiene warten. Sie lassen sich in deren Nest tragen, fressen die Pollenvorräte, welche die Biene für ihren eigenen Nachwuchs angelegt hat - und schließlich auch noch die Bienenlarve selbst. Dann verpuppen sie sich. Doch nur wenige der geschlüpften Larven treffen zeitgerecht auf einen Wirt. Die erwachsenen Käfer sind Pflanzenfresser.

Berühmt sind Ölkäfer für ihre hohe Giftigkeit, sie enthalten Cantharidin. Dieses sondern sie bei Gefahr aus den Beingelenken ab, man sollte es daher bei Beobachtung im Lebensraum bewenden lassen. Doch die Tiere selbst sind in größerer Gefahr, denn leider fallen im Frühjahr stets zahlreiche krabbelnde Ölkäfer auf den Wegen, Wiesenrändern und am Marchfeldschutzdamm Spaziergängern und Radfahrern zum Opfer.

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