Rangergeschichte

Die Fußstapfen
des Harry Yount

Das Junior-Ranger Programm zählt für Andreas Angermann (Nationalpark Hohe Tauern) zu seinen jährlichen Highlights. Seit 2003 ist er als Ranger tätig und kann jedes Jahr auf neue Erfahrungen und Erlebnisse zurückblicken.

(c)NPHT Martin Lugger

Einer der Höhepunkte meines Arbeitsjahres ist ohne Frage das Junior-Ranger Programm, welches wir jedes Jahr im Juli veranstalten. An 10 Tagen lernen die Junior-Ranger alle Regionen des Nationalpark Hohe Tauern kennen und durch lustige Spiele und spannende Rätsel erfahren sie Interessantes zu allen Themenbereichen die der Nationalpark umschließen. Am Ende der zwei Camp-Wochen findet jedes Jahr ein kleiner Abschluss statt. Die Kinder absolvieren die schriftliche Abschlussprüfung immer mit Bravour und sind stolz darauf, was sie in den zwei Wochen erlebt und gelernt haben. So treten sie in die Fußstapfen von Harry Yount, dem weltweit ersten Nationalpark-Ranger.

Der Kalser Steinbock K10K

Eines der absoluten Highlights der letzten Jahre fand bereits am Anfang einer Camp-Woche statt. Eigentlich wanderten wir auf die Stüdlhütte, um den Kindern Sagen und Mythen rund um den Großglockner zu erzählen und um mit ein wenig Glück ein paar Steinböcke zu beobachten.

Es geschah jedoch ganz anders, denn auf dem Weg zur Stüdlhütte wurden plötzlich wir von den Steinböcken beobachtet. So nah wie damals kamen wir den Steinböcken nur selten. Die Kinder waren überrascht, dass man Steinböcken so nahekommen kann. Die Jugendlichen hatten ein Leuchten in den Augen und waren ähnlich begeistert wie ich als Ranger, denn es passiert uns nicht alle Tage, dass wir so knapp an die Steinböcke herankommen.

Im Steinbockrudel bekamen wir unter anderem den legendären Kalser Steinbock K10K, besser bekannt unter seinem Spitznamen „der Blaue“ zu sehen. Das Besondere an diesem Steinbock ist, dass er nur ein Horn besitzt und es viele Theorien darüber gibt, wie er das andere Horn verloren haben könnte. Auch die Kinder stellten einige interessante und spannende Theorien auf, was da wohl geschehen sein könnte. Hat er es im Kampf verloren? Ist er als Einhorn auf die Welt gekommen? Tatsächlich haben wir bereits vor einigen Jahren eine Verletzung am Horn erkannt. Da dieses Tier markiert war, konnten wir die Entwicklung auch gut nachverfolgen.

Im Laufe der Jahre muss die Verletzung immer größer geworden sein, bis der Stirnzapfen irgendwann die Last des Horns nicht mehr tragen konnte und er es verloren hat. Genau dieses Horn wurde von einer Frau beim Wandern in den Weiten des Nationalparks gefunden.

Wenn ich die Junior Ranger von damals treffe, sagen sie heute noch: "Ma woasch no Andreas wie mir die Steinböcke gsegn hom." Genau solche Erlebnisse hinterlassen bleibende Eindrücke bei Kindern.

Die Vorfreude auf das nächste Jahr

Auch ich als Ranger darf jedes Jahr auf neue Erinnerungen zurückblicken. Ich kann mich noch gut an ein Mädchen erinnern, welches am Ende der Junior-Ranger Ausbildung, beim gemeinsamen Abschlussgrillen mit den Eltern sagte: „Jetzt weiß ich mehr über die Natur und das freut mich.“ Da wussten wir, dass die Junior-Ranger Ausbildung wieder ein voller Erfolg war und ab diesem Moment begann die Vorfreude auf die Junior-Ranger-Wochen im nächsten Jahr.

 

Text: Andreas Angermann

(c)NPHT Andreas Angermann
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