Rangergeschichte

Die Bergwelt
als Kraftort

Für Nationalpark Rangerin und Yogalehrerin Marlies Macher (Hohe Tauern) ist die Natur ein Energielieferant und Abwechslung zum oft stressigen Alltag. Seit heuer darf sie dies auch an die Besucherinnen und Besucher des Nationalparks Hohe Tauern Tirol weitergeben – gepaart mit Naturwissen eine neue und spannende Erfahrung für viele.

Marlies Macher
(c)Nationalpark Hohe Tauern Ramona Waldner

Ich nehme ein paar tiefe Atemzüge und lasse meinen Blick über die beeindruckende Bergkulisse meiner neuen Heimat Osttirol schweifen. Nach ein paar Augenblicken habe ich das Gefühl ganz bei mir zu sein, ab vom Alltag, umgeben von Ruhe und doch so vielfältigen Eindrücken.

Die Natur hat vieles zu bieten. Für mich ist sie vor allem ein wunderbarer Ort, um mir bewusst eine Auszeit zu nehmen und mich wieder mit neuer Energie aufzutanken.

Seit nunmehr einem Jahr habe ich das große Glück meine Leidenschaft für die Natur und Umwelt als Nationalparkrangerin an Groß und Klein weiterzugeben. Dabei ist es mir ein Anliegen die Besucher*innen tief tauchen zu lassen, damit sie den Zauber des Nationalparks Hohe Tauern auf allen Ebenen erfahren. Und diese Ebenen sind manches Mal andere, als zunächst bei Führungen durch Österreichs größtes Naturschutzgebiet vermutet.

Personen sitzen im Gras und meditieren.
(c)Marlies Macher
Menschen gehen über eine Brücke.
(c)Marlies Macher

Den Blickwinkel ändern

Ich liebe die Mischung zwischen der Vermittlung von Naturwissen und dem wunderbaren Effekt des „Zurruhekommens“ bei einem Aufenthalt im Nationalpark.

Bei meinen Führungen „Auszeit in der Natur – atmen, hören, bewusst wahrnehmen“ darf ich genau hier ansetzten und beides mit unseren Gästen erfahren. Dabei reizt es mich ihnen oftmals einen etwas anderen Blick auf die Dinge, die uns umgeben zu ermöglichen und sie die Schönheit im Kleinen, wie im Großen wahrzunehmen zu lassen.

Wie schmeckt dieses essbare Kraut? Welchen Duft verströmt die blühende Bergwiese? Wie fühlen sich Lärchennadeln auf der Haut an? Was bewirkt das Betrachten der imposanten Berge in mir? Und wie nehme ich den Untergrund, auf dem ich gehe, wahr?

Eine Frau steht am Ufer und sieht ins Wasser.
(c)Marlies Macher
Eine Rangerin steht im Wasser.
(c)Daniela Fuchs

Loslassen und Genießen

Gerade der Einstieg in die Wanderung - einfach einmal gehen und alles auf sich wirken zu lassen ohne ein Wort zu sprechen – ist für manch eine/n eine kleine Herausforderung. Durchaus verständlich bei unserem oft lauten und durchgeplanten Alltag.

Doch die beruhigende Wirkung der gebirgigen Kulisse um uns stellt sich schnell ein und spätestens bei der ersten angeleiteten Übung merke ich, wie die Teilnehmer*innen beginnen locker zu werden und sich auf diese für viele neue Erfahrung einzulassen. Das Tempo wird langsamer und der Fokus verlagert sich.

Das freudvolle Lächeln, wenn ein bestimmter Waldgeruch Erinnerungen aus der Kindheit hervorruft, der bewiesene Mut, den es oft benötigt, wenn man seine Füße in das kühle Nass der Gebirgsbäche hält, der unglaubliche Blick beim Kosten einer Zirbennadel und die entspannte Körperhaltung, die das bewusste Atmen der frischen Bergluft verursacht.

All diese Momente lassen mich wissen, jetzt stellt sich der gewünschte Effekt ein – die Gedanken sind vom Alltag losgelöst und der Nationalpark hat seine volle Kraft entfaltet.

 

Text: Marlies Macher

Totholzstamm
(c)Marlies Macher
Fluss
(c)Marlies Macher

 
 

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