Rangergeschichte

Der Seeadler
im Aufwind

"Meine Flügel streck ich aus, zum Himmel flieg ich hoch hinaus ... "
Seit 2017 ist Alena Täubling (Donau-Auen) aktives Mitglied der Autheater-Ranger:innen und schreibt selbst Theaterstücke. "Der Seeadler im Aufwind", im Jahr 2021 aufgeführt, thematisierte Europas größte Adlerart, die seit einigen Jahren im Nationalpark Donauauen wieder ein Zuhause gefunden hat.

Rangerin im herbstlichen Auwald
(c)Linda Täubling

Aufwind für das Autheater.

Ein Theaterstück zu schreiben ist eine herausfordernde Angelegenheit. Außer dem Hauch einer Idee existiert anfangs nichts. Und plötzlich soll aus diesem "Nichts" ein Stück entstehen, dass einzigartig ist und das es vorher noch nie gegeben hat!
Eigentlich ein magischer Prozess. Klingt scheinbar unmöglich! Und doch ist der "Seeadler im Aufwind" nicht das erste Theaterstück, das die Nationalpark Ranger:innen hervorgebracht haben und das sich mit dem "Fahrenden Autheater" auf Reisen begeben hat.

Das "Fahrende Autheater" ist seit 2014 ein Vermittlungs-Tool des Nationalparks Donau-Auen. Von einer mobilen Theaterbühne aus werden nationalparkrelevante Themen schauspielerisch präsentiert. War das erste Stück noch fast abendfüllend und von professionellen Schauspieler:innen begleitet, so wurden die Inhalte sehr rasch kurz, knackig und familientauglich. Nur selten schlüpften die Ranger:innen dann in erdachte Charakterrollen, sondern blieben als Personen des Nationalparks sichtbar, um - meist tierbezogene - Sachverhalte zu vermitteln.
Puppen, Props und Requisiten kamen vermehrt zum Einsatz. Besuche in Schloss Hof, Eckartsau, Petronell, Carnuntum, im Museumsquartier, auf Messen und im Wiener Stadtpark häuften sich. Und schon bald war das "Fahrende Autheater" zu einer beliebten und bekannten Attraktion geworden.

Ein Seeadler kommt frontal angeflogen
(c)Kovacs

Wie schreibt sich so ein Seeadler-Stück?

Da ich eine große Schwäche für Reime habe, schreiben sich diese fast von selbst. Die tatsächliche Handlung wagt sich jedoch nur langsam aus meiner metaphorischen Schreibfeder hervor.
Irgendwann fügen sich Text und Handlung zusammen. Doch dann ist die größte Herausforderung die Inszenierung! Der Theaterwagen ist räumlich begrenzt, Akteur:innen sind in diesem Stück nicht immer gemeinsam auf der Bühne, Timing ist alles! Props sind notwendig und die Kulisse muss wirken. Ein Totholzbaum auf der Bühne, darin ein Nest. Eine Feder und ein Aas-Fisch, die aus einer Fensterluke fliegen müssen. Und ein Seeadlertuch mit originalgetreuer Flügelspannweite muss elegant durch die Theatertür gefädelt werden.

Hat es das Stück stimmig in die endgültige Auswahl geschafft, treffen sich die Ranger:innen zur ersten Probe - wo das Werk meist nochmal völlig umgekrempelt wird: Textpassagen werden gestrichen, Abläufe geändert, Props verbessert und dann wird weiter geprobt.

Doch dann ist sie da - die erste Vorstellung des "Seeadlers"!
Wird das Stück vom Publikum angenommen werden? Sind Schmähs zu pointiert? Kommen die Inhalte wie beabsichtigt an und ziehen die Reime?
Am Ende des Stückes folgt eine Animation, die einer vereinfachten, kindgerechten Version eines Sonnengrußes ähnelt – der "Seeadler-Gruß"!

Schon klingt der erste Vers: "Meine Flügel streck ich aus, zum Himmel flieg ich hoch hinaus" ... und plötzlich ist das ganze Publikum dabei, seine Arme auszubreiten und sich als gespielter Seeadler gen Himmel zu strecken.
Es hat geklappt! Das Stück wirkt. Für einen kurzen Moment verschwimmt die Grenze zwischen Publikum und Akteur:innen und nun spielen wir, alle gemeinsam, als Gruppe! Ein erhebendes Gefühl.

Das Stück ist zu Ende. Das Publikum verabschiedet sich und knipst noch "den Seeadler".
Der Geist ist wie beflügelt. So wie auf den Schwingen dieses einzigartigen Adlers.

Autheater
(c) Hlavac
Das Publikum des Autheaters streckt die Arme in die Luft
(c) Hlavac

 
 

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