NP Ranger


Ranger - Botschafter der Naturschatz-Kammern

Seit 2010 gibt es österreichweit eine zertifizierte Ausbildung zum Nationalpark Ranger. Naturschutzfachliche Grundlagen, Zoologie, Botanik, Geologie sowie ökologische Zusammenhänge bilden die inhaltliche Basis dieses dreijährigen Lehrgangs. Zudem finden sich naturpädagogische Vermittlungsmethoden, Exkursionsdidaktik, spezielle Alpin- und Winterkurse sowie Wetterkunde und Erste Hilfe im Programm. Die Nationalparks werden damit zu lebendigen Klassenzimmern unter freiem Himmel, die Ranger durch ihren persönlichen Kontakt mit BesucherInnen und BewohnerInnen der Region zu BotschafterInnen der Schutzgebiete. Kompetente, fachkundige Ranger, die sich in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz einsetzen, garantieren dabei den Erfolg und die Nachhaltigkeit von Bildungsveranstaltungen.

Bergschuh im Gras
(c) M. Stallegger

Bergschuh im Gras
(c) M. Stallegger

Ranger führen nicht nur Besuchergruppen durch die Schutzgebiete, um auf diesem Weg der Bevölkerung Natur und Naturschutz näher zu bringen. Sie erfassen auch die im Nationalpark beheimateten Tier- und Pflanzenarten und dokumentieren mögliche Veränderungen des Naturraumes. Außerdem kontrollieren sie auch Informationstafeln, Lehrpfade, Hinweisschilder und Beobachtungshütten und kümmern sich um deren Instandhaltung. In den Nationalparks Gesäuse, Donau-Auen, Thayatal, Hohe Tauern und Neusiedler See - Seewinkel werden außerdem Junior Ranger-Programme angeboten, die auf die Unterstützung von Jugendlichen bei praktischen Einsätzen - etwa im Naturraummanagement und bei Tierbeobachtungen - abzielen.


NP-Ranger Ausbildung

Die Ausbildungen zum Nationalpark Ranger finden in Österreich in unregelmäßigen Abständen je nach Bedarf der einzelnen Nationalparks statt: Inhaltliche Grundlage ist seit Herbst 2010 die Lehrgangs- und Prüfungsordnung für den Österreichweiten Zertifikatslehrgang "Österreichischer Nationalpark Ranger"

Nationalparkranger im Nationalpark Gesäuse
(c) C.Thomas

Nationalparkranger im Nationalpark Gesäuse
(c) C.Thomas

Der Zertifikats-Lehrgang ist die Grundlage einer bundesweit einheitlichen Ausbildung zum Österreichischen Nationalpark Ranger und sichert die Qualität der Nationalpark-Pädagogik auf hohem Niveau. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Zertifikatslehrganges erhalten eine fundierte und umfassende Ausbildung über die Zielsetzungen und Aufgabenstellungen eines Nationalparks, allgemeine Grundlagen über den Österreichischen Naturraum und seine Entstehung sowie ökologische Zusammenhänge der Natur und Landschaft in der Nationalpark-Region, für die das Zertifikat ausgestellt wird. Sowohl naturkundliche Grundlagen als auch das vielfältige Wirken des Menschen in der Landschaft in Geschichte und Gegenwart werden behandelt. Weiters werden Grundlagen der Kommunikation, Naturpädagogik und die Vermittlung von Erlebnissen und Wissen zu Natur und Landschaft gelehrt. Rechtliche Grundlagen sowie Grundlagen des Notfallmanagements bilden weitere Inhalte.

Die Ausbildung besteht aus drei Teilen, die getrennt voneinander zu betrachten sind:

A) Zertifikats-Lehrgang "Grundmodul"

Dieser Lehrgang beinhaltet den allgemeinen, für alle Österreichischen Nationalparks gültigen Teil und umfasst insgesamt 17 Ausbildungstage zu je 8 Lehreinheiten (1 Tag entspricht 8 Lehreinheiten (LE) zu jeweils 60 Minuten). Er ist verbindlich vorgesehen für alle Personen, die ab Inkrafttreten des Zertifikats-Lehrganges ihre Ausbildung zum " Österreichischen Nationalpark Ranger" absolvieren.

B) Zertifikats-Lehrgang "Aufbaumodul"

Dieser Lehrgang stellt den spezifischen, auf einen einzelnen Nationalpark angepassten Teil dar und besteht aus insgesamt 25 Ausbildungstagen, davon 10 Praxistagen, im jeweiligen Schutzgebiet. Dieser Lehrgang ist auch jeweils verbindlich von jenen Personen zu absolvieren, die von einem Nationalpark in einen anderen wechseln möchten.

C) Fortbildungsveranstaltungen

Die Nationalpark-Verwaltungen bieten für zertifizierte Nationalpark Ranger regelmäßig ein- bis mehrtägige Fortbildungsveranstaltungen an, um sowohl den Wissenstand in speziellen Bereichen zu erweitern und/oder zu vertiefen, als auch die neuen Entwicklungen innerhalb des Nationalpark-Managements zu vermitteln. Gegebenenfalls können auch Themenbereiche und Zusatzqualifikationen behandelt werden, die im Zertifikats-Lehrgang nicht berücksichtigt sind.

Die regelmäßige Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen ist grundsätzlich verpflichtend, um die Gültigkeit des Zertifikats fortzuführen. Jeder zertifizierte Nationalpark Ranger muss an mindestens zwei Fortbildungstagen - davon ein Tag im eigenen Nationalpark pro Jahr - teilnehmen.


INTERNATIONALE RANGER FÖDERATION

Die Internationale Ranger Föderation (International Ranger Federation) ist seit mehr als 20 Jahren die Stimme der Ranger weltweit. Die vielfältige Organisation unterstützt Ranger bei ihrer Arbeit als Botschafter für die Natur in vielfacher Hinsicht. Sie fördert grenzüberschreitende Vernetzung und weltweiten Informationsaustausch. Sie möchte Arbeitsbedingungen verbessern (u.a. mit Sach- und/oder Geldspenden von Mitgliedern direkt an ihre Kollegen in Entwicklungsländern, um diese z.B. mit wertvollem Equipment zu versorgen), versteht sich aber ausdrücklich nicht als gewerkschaftlich tätige Vereinigung sondern als Interessensvertretung.


Die Internationale Ranger Föderation - kurz IRF genannt - bietet Training, Hilfe zur Selbsthilfe und Austausch-Programme an. Sie unterstützt Ranger bei ihrer Arbeit, unser Natur- und Kulturerbe zu erhalten. Ranger arbeiten an der Basis des Naturschutzes und sind dadurch gleichsam das kommunikative Bindeglied zwischen Schutzgebieten und Menschen, Besuchern genauso wie Einheimischen. Das weltweite Netzwerk ermöglicht Ideen, Wissen, Erfahrungen und Ressourcen auszutauschen, um sich gegenseitig zu unterstützen, zu sensibilisieren sowie neu zu motivieren.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage: http://internationalrangers.org/about/