Zertifizierung
Naturnachtgebiet Eisenwurzen

Gesäuse & Kalkalpen – 19.03.2026

Unter Anwesenheit zahlreicher Vertreter:innen aus Politik und Medien sowie aller beteiligten Projektpartner:innen konnte das Naturnachtgebiet Eisenwurzen am 17. März 2026 im Pavillon des Nationalparks Gesäuse offiziell die Zertifizierung als Dark Sky Reserve entgegennehmen.

Gruppenfoto von beteiligten Personen mit dem Zertifikat.
© Andreas Hollinger

Das Naturnachtgebiet Eisenwurzen ist ein gemeinschaftlich getragenes Projekt in einem der größten, zusammenhängenden Schutzräume Österreichs – und das viertgrößte Dark Sky Reserve Europas. Über 2.400 km² hinweg vereint das Gebiet die Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich, sechs Schutzgebiete und 20 Gemeinden, um Lichtverschmutzung zu reduzieren und den natürlichen Nachthimmel sowie Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanzenwelt zu bewahren.

Vertreterinnen und Vertreter des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt, Klima, Regionen und Wasserwirtschaft sowie der Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark zeigten ihre Unterstützung bei der Zertifikatsverleihung der DarkSky International an das Naturnachtgebiet.

„Mit der Zertifizierung des Naturnachtgebiets entsteht ein herausragendes Beispiel dafür, wie über drei Bundesländer und zahlreiche Gemeinden hinweg gemeinsam der Schutz der natürlichen Dunkelheit und der Artenvielfalt gestärkt werden kann. Mein Ressort hat dieses Vorhaben von Beginn an unterstützt. Umso mehr freut es mich, dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit nun mit der Zertifizierung als Naturnachtgebiet ausgezeichnet wird“, so Mag. Norbert Totschnig, Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Auch vom Direktor des Nationalparks Kalkalpen DI Josef Forstinger kommt große Zustimmung: „Wenn über dem Nationalpark Kalkalpen die Nacht hereinbricht, entfaltet sich ein Sternenhimmel, wie man ihn in Mitteleuropa kaum noch erleben kann. Dass diese besondere Landschaft nun als Naturnachtgebiet ausgezeichnet wird, ist ein starkes Zeichen für den Wert unberührter Dunkelheit – und ein Meilenstein für eine der größten Dark-Sky-Regionen weltweit.”

Mehrjähriger Prozess

Der Zertifizierung geht ein mehrjähriger, gemeinschaftlich organisierter Prozess voraus: Seit 2023 wurden umfangreiche Messdaten erhoben und insgesamt 9 permanente Mess-Stationen im gesamten Gebiet installiert, um die erforderlichen Daten des dunklen Naturnachtraums sicherzustellen. Begleitet wurde der Weg zum Naturnachtgebiet von Astrophysiker Dr. Stefan Wallner von der Universität Wien, sowie vom E.C.O. Institut für Ökologie und dem Umweltdachverband. Im Dezember 2025 erfolgte die Einreichung zur Zertifizierung bei der DarkSky International, nun freut sich das Naturnachtgebiet über die hochrangige Auszeichnung.

„Unsere Messungen zeigen eindeutig: Das Naturnachtgebiet Eisenwurzen gehört zu den dunkelsten und naturnahsten Regionen Mitteleuropas. Hier ist die Milchstraße noch in ihrer vollen Pracht sichtbar – ein Anblick, der in unserem zunehmend erhellten Europa immer seltener wird“, so Astrophysiker Dr. Stefan Wallner.

Gudrun Brucker, zuständig für Naturschutz und Forschung im Nationalpark Gesäuse, hebt ebenfalls die wissenschaftliche Bedeutung solcher Gebiete hervor: „Mit dem Nationalpark Gesäuse und dem Zertifikat ‚Naturnachtgebiet Eisenwurzen‘ schaffen wir ein Referenzgebiet mit weitgehend natürlichen Nachtbedingungen. Solche Gebiete sind unverzichtbar, um zu verstehen, wie funktionierende Nachtökosysteme aussehen und um messbar zu machen, was wir andernorts bereits verloren haben.”

Sternenhimmel.
© Lennart Horst
Sternenhimmel.
© Matthias Ledwinka

Verantwortungsvolle Nutzung

Das Naturnachtgebiet ist für Besucherinnen und Besucher bei kostenlosem Eintritt geöffnet. Saisonale Veranstaltungen und geführte Programme – darunter Astrofotografie-Workshops, „Kino & Sterne“-Abende, die „Geräusche der Dunkelheit“- Nachterlebnisse und eine besondere Sternschnuppen Fahrt – bieten die Möglichkeit, die nächtliche Artenvielfalt der Region und ihren sternenklaren Himmel unter Einhaltung der Lichtschutzbestimmungen zu erleben.

Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich verantwortungsvoll zu verhalten und die Umwelt- und Beleuchtungsrichtlinien zu beachten. Forschung und Öffentlichkeitsarbeit stützen sich auf zwei Sternwarten, ein mobiles Teleskop und Bildungsinitiativen, die das Verständnis für den Nachthimmel und seiner ökologischen Bedeutung vertiefen.

Projektverantwortliche Julia Kaufmann: „Die langfristige Vision des Naturnachtgebiets Eisenwurzen ist der Erhalt der natürlichen Nachtlandschaft bei gleichzeitiger Förderung wissenschaftlicher Forschung, des Gemeinwohls und des nachhaltigen Tourismus.“

Infos zum Naturnachtgebiet Eisenwurzen

  • Fläche: 2.396 km² Gesamtgebiet, davon 975 km² Kernzone
  • Lage: In der Region Eisenwurzen (Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark)
  • Beteiligte Schutzgebiete: Nationalpark Gesäuse, Nationalpark Kalkalpen, Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen, Naturpark Niederösterreichische Eisenwurzen, Naturpark Ötscher-Tormäuer, Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal
  • Schutzstatus: Zertifiziert als Dark Sky Reserve bei DarkSky International seit 17. März 2026
  • Zonierung: Kernzone mit sehr strengen und Peripheriezone mit angepassten Lichtmanagementvorgaben; Ein Lichtmanagementplan wurde gemeinsam mit den 20 aktiven Gemeinden erstellt.
  • Realisierung im Rahmen des Förderprojekts: „Sterne über dem Dreiländereck“ (Förderung durch LE 14–20, 2023-2025)
Gruppenfoto von beteiligten Personen mit dem Zertifikat.
© Andreas Hollinger

Stehend, von links: Mag.a Valerie Zacherl-Draxler (BMLUK), Nationalratsabgeordneter Dipl.-Ing. Gerhard Deimek, DI Dr. Christoph Leditznig (Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal), Dipl.-Ing. (FH) Antonia Zichy (Nationalpark Kalkalpen), DI Josef Forstinger (Nationalpark Kalkalpen), Oliver Gulas-Wöhri, MSc (Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen) und Landesrat Mag. Hannes Amesbauer.
Vorne: Mag. Christoph Unterberger (Nationalpark Gesäuse), Astrophysiker Dr. Stefan Wallner sowie Projektkoordinatorin Julia Kaufmann (Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen)

Text: Nationalpark Kalkalpen, 18.03.2026

Rückfragen zum Naturnachtgebiet Eisenwurzen:
Julia Kaufmann, MSC.
, j.kaufmann@eisenwurzen.com, +43 664 9220 310

 

 
 

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