Tage
der Artenvielfalt
Am 24. und 25. Juli fanden im Nationalpark Kalkalpen die Tage der Artenvielfalt statt. Dabei untersuchten 15 Fachleute aus unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam mit dem Nationalpark Team die Biodiversität im Nationalpark.
Nach fünf Jahren Pause war es heuer endlich wieder so weit: Am 24. und 25. Juli haben im Nationalpark Kalkalpen wieder Tage der Artenvielfalt stattgefunden! Im Fokus stand die Biodiversität im Grenz- und Verzahnungsbereich zwischen Offenland- und Urwaldverdachtsflächen. Die beiden untersuchten Offenflächen könnten dabei in ihrer Entstehungsgeschichte nicht unterschiedlicher sein: Während die großen Planen am Schwarzkogel der Lawinendynamik zu verdanken sind, wird die Wiese im Kampertal durch Beweidung offengehalten. An beide Offenlandflächen grenzen forstlich wohl noch nie genutzte Waldgebiete an, die als Urwaldverdachtsflächen gelten.
15 Fachleute aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen waren eingeladen, gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Nationalparks zwei Tage lang ein möglichst umfassendes Arteninventar für die beiden Untersuchungsgebiete zu erstellen, sich fachlich mit den Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen oder alte wiederaufleben zu lassen.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem ÖBf-Gebietsbetreuer Roman Paumann, der am Freitag die Grünplan-Forschungsgruppe sicher zu ihrer Untersuchungsfläche hinaufgeführt und dabei viel Interessantes über das Gebiet zu berichten gewusst hat. Hier wurden unter anderem Hautflügler (vor allem Wildbienen und Schlupfwespen), Schnecken, Pseudoskorpione, Heuschrecken, Totholzkäfer und Gefäßpflanzen untersucht, während im Kampertal der Fokus am Freitag auf den Moosen und den Tagfaltern lag. In der Nacht wurden dort außerdem an drei Stellen Leuchttürme zur Dokumentation der Nachtfalter-Fauna aufgestellt.
Am Samstag bestand dann die Möglichkeit für Rangerinnen und Ranger, gemeinsam mit den Spezialistinnen und Spezialisten im Kampertal die Artenvielfalt zu erforschen. Bei einer Abschlusspräsentation auf der Hengstpasshütte berichteten die Fachleute schließlich von ihren wichtigsten Funden. Beachtlich ist, dass die Botanikerinnen und Botaniker auf den beiden Flächen 363 Gefäßpflanzen- und 98 Moosarten feststellen konnten – das sind jeweils ungefähr 10 % der gesamtösterreichischen Artenausstattung! Erstnachweise von seltenen Pseudoskorpionen sind ebenso gelungen, wie die Dokumentation von ungefähr 120 Nachtfalterarten beim Leuchten im Kampertal, und auch bei den Totholzkäfern wurden mehrere Dutzend Arten nachgewiesen, zum Teil sogar Urwaldreliktarten.
Parnassius apollo.
Platycheirus albimanus.
Argynnis paphia.
Es hat uns sehr viel Freude gemacht, mit dieser bunten Gruppe zwei Tage lang im Gelände unterwegs zu sein und abends auf der Hütte beim gemeinsamen Bestimmen und beim fachlichen Austausch dabei sein zu dürfen!
Text: Christian Pichler-Scheder, Nationalpark Kalkalpen, 11.08.2026
Das könnte dich auch interessieren:

