Auszeichnung
Schutzgebiet
Auf Beschluss des Sekretariats der Feuchtgebietskonvention wurde der
Nationalpark Thayatal nun offiziell als Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung anerkannt.
Mit der Aufnahme in das weltweite Netzwerk besonders schützenswerter Feuchtgebiete wird die
hohe ökologische Qualität der Flusslandschaft entlang der Thaya nun international gewürdigt.
Kajamündung.
Die Anerkennung des Nationalparks Thayatal als neues Ramsar-Gebiet setzt ein weiteres starkes Zeichen für den Schutz wertvoller Lebensräume in Österreich. Sie betont unsere Verantwortung, diese einzigartigen Ökosysteme für künftige Generationen zu bewahren. Insgesamt sind damit bereits 26 bedeutende Naturlandschaften in Österreich als Ramsar-Gebiete ausgewiesen, darunter vier Nationalparks, zahlreiche Moore sowie ökologisch hochwertige Flusslandschaften.“ so Bundesminister Norbert Totschnig in einer Presseerklärung anlässlich des Internationalen Tags des Wassers am 22. März.
Ramsar-Konvention
Die Ramsar-Konvention, ein internationales Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, wurde 1971 in der Stadt Ramsar im Iran beschlossen und seither von 172 Staaten unterzeichnet. Sie verfolgt das Ziel, ökologisch besonders bedeutende Feuchtlebensräume zu erhalten. In Österreich besitzen Ramsar-Gebiete keinen unmittelbaren rechtlichen Status, die meisten Ramsar-Gebiete sind aber als gesetzlich verordnete Schutzgebiete ausgewiesen. Die Auszeichnung als Ramsar-Gebiet ist somit als herausragendes Gütesiegel zu sehen.
Der Nationalpark schützt seit dem Jahr 2000 die naturnahe, unregulierte Flusslandschaft entlang der Thaya. Der Fluss hat hier ein tief eingeschnittenes Tal geformt, in dem ein eng verzahntes Mosaik unterschiedlicher Lebensräume entstanden ist – von dynamischen Uferzonen und Auwäldern entlang der Thaya mit kleineren Bruchwäldern und einem kleinen Stillgewässer, über Hang- und Schluchtwälder bis hin zu Trockenrasen und felsigen Standorten an den Talhängen. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht das Gebiet zu einem Hotspot der Biodiversität.
Schwarzstorch.
Fischotter.
Der Nationalpark Thayatal wurde unter dem offiziellen Namen „Transboundary Ramsar Site Podyjí-Thayatal National Park, Part Austria“ in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen. Die Bezeichnung unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter des Schutzgebiets entlang der Thaya. Auch der benachbarte tschechische Nationalpark Podyjí arbeitet derzeit an einer entsprechenden Anerkennung als Ramsar-Gebiet, um künftig gemeinsam ein transnationales Ramsar-Schutzgebiet zu bilden.
„Die Aufnahme in die Ramsar-Liste ist für uns eine große Ehre und zugleich ein Auftrag für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume“, erklärt Nationalpark-Direktor Christian Übl. „In den letzten Jahren wurden von österreichischer und tschechischer Seite zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um die natürliche Entwicklung des grenzüberschreitenden Schutzgebietes weiter zu fördern. Aktuell gelten bereits 80 % der Waldlebensräume als naturnah und 5 % als natürlich. Die Auswirkungen des Schwallbetriebes des Kraftwerks Vranov/Frain auf die Gewässerökologie der Thaya wurden durch die Erhöhung des Mindestdurchflusses und die Kappung der Schwallspitzen wesentlich verbessert. Dadurch hat sich der Bestand der Fischpopulationen in der Thaya seit 2007 von 63 kg/ha auf 119,1 kg/ha fast verdoppelt.“
Mit der Ernennung zum Ramsar-Gebiet geht die Verpflichtung einher, die Feuchtlebensräume langfristig zu sichern. Das beinhaltet insbesondere den Erhalt der natürlichen Flussdynamik, den Schutz sensibler Lebensräume sowie die Förderung von Forschung, Umweltbildung und internationaler Zusammenarbeit. Die Auszeichnung stärkt damit nicht nur die Sichtbarkeit des Nationalparks Thayatal auch im internationalen Kontext, sondern unterstreicht auch die Bedeutung intakter Feuchtgebiete für Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung.
Übersicht Thayatal.
Text: Nationalpark Thayatal, 20.03.2026
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