Danube WILDIsland als
Ramsar Regional Initiative genehmigt

Donau-Auen

Im Rahmen des 13. Jahresforums der EU-Strategie für den Donauraum in Wien wurde bekanntgegeben, dass die Einrichtung der Danube WILDisland Ramsar Regional Initiative als 22. weltweite Ramsar Regional Initiative genehmigt wurde. Sie trägt wesentlich bei, die Donau und ihre Inseln als ökologischen Korridor zu stärken - Ein Meilenstein für den gesamten Donauraum.

 

Vier Personen halten ein Banner mit der Aufschrift 'Ramsar' zwischen sich
(c) Schneeweihs

v.l.: Birgit Vogel, Executive Secretary der ICPDR, der österreichische Vertreter der Ramsar-Konvention Gerhard Bachner, Vlatko Rozac, Präsident von DANUBEPARKS und Elena Kmetova-Biro, Koordinatorin des LIFE WILDisland Projekts)

Initiative für Zusmmenarbeit
Die 63. Sitzung des Ständigen Ausschusses der Ramsar-Konvention hat die Einrichtung der Danube WILDisland Ramsar Regional Initiative als 22. weltweite Ramsar Regional Initiative (RRI) und als erste flussbasierte RRI in Europa genehmigt. Die Nachricht wurde von Musonda Mumba, Generalsekretärin der Ramsar-Konvention, mittels Videobotschaft auf der Donau-Feier im Rahmen des 13. Jahresforums der EU-Strategie für den Donauraum am 20. Juni 2024 in Wien bekanntgegeben. Der österreichische Vertreter der Ramsar-Konvention, Gerhard Bachner übergab die Dokumente an Birgit Vogel, Executive Secretary der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (ICPDR), Vlatko Rozac, Präsident von DANUBEPARKS, Matej Marusic (DANUBEPARKS), Elena Kmetova-Biro, Koordinatorin des LIFE WILDisland Projekts und Stefan Schneeweihs (Nationalpark Donau-Auen).

Die neue Danube WILDisland RRI (Ramsar Regional Initiative) steht unter der Schirmherrschaft der ICPDR und wird vom Verein DANUBEPARKS koordiniert, in dem 20 Schutzgebiete aus neun Donauländern zusammenarbeiten, um die Kohärenz der Naturschutzaktivitäten zu verbessern und die Stimme ihrer Mitglieder auf europäischer Ebene zu stärken. Die Initiative wird von einem neu eingerichteten Büro für die Untere Donau verwaltet, welches beim Naturpark Persina in Bulgarien angesiedelt ist.
Dies bedeutet in der Praxis mehr Möglichkeiten für eine donauweite und sektorübergreifende Zusammenarbeit, gemeinsame Renaturierungsprojekte und koordinierte Bemühungen zum Erhalt, zur Entwicklung und Wiederherstellung der Donau, ihrer natürlichen Inseln und der angrenzenden Auen. Weiters die Gewährleistung eines adaptiven Managements und einer klugen Nutzung der Feuchtgebiete auf der Grundlage des Transfers von Wissen und Fachkenntnissen aller beteiligten Länder. Darüber hinaus garantiert der gesamte Gründungsprozess einen Bottom-up-Ansatz, der die individuellen Bedürfnisse und Bedingungen der einzelnen Mitgliedsländer berücksichtigt und gleichzeitig die Erfahrungen und das Know-how der anderen Länder nutzt.

Projekt im Fluss
Dies ist das lohnende Ergebnis jahrelanger Arbeit, wie auch Gerhard Bachner vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft, Vertreter der Ramsar-Konvention, feststellt: "Die Diskussionen und Planungen, die im Mai 2019 - also vor 5 Jahren - mit Vertretern des Nationalpark Donau-Auen über das Konzept der "Wilden Inseln" begannen, das von Anfang an darauf abzielte, das EU-finanzierte LIFE-Projekt mit der Entwicklung und Umsetzung einer eigenen Ramsar-Regionalinitiative für den gesamten Donauraum zu verbinden, haben sich ausgezahlt."

Birgit Vogel, Executive Secretary der ICPDR, erklärt: "Wir sind stolz, die Schirmherrschaft der Ramsar Regional Initiative Danube WILDisland zu übernehmen. Dies passt perfekt zu den langfristigen Zielen der ICPDR, die in unseren drei Säulen verwurzelt sind: sauberere, gesündere und sicherere Gewässer. Die Initiative unterstützt nicht nur unseren Auftrag, sondern fügt sich auch nahtlos in unsere Bewirtschaftungspläne für Flusseinzugsgebiete ein, insbesondere was die Wiederanbindung von Feuchtgebieten und Überschwemmungsgebieten betrifft. Dieser Moment ist symbolisch, da wir den 30. Jahrestag des Donauschutzübereinkommens feiern, das solide Fundament, auf dem unsere Institution aufgebaut ist. Wir freuen uns darauf, unsere Arbeit zum Schutz und zur Verbesserung des Donauraums fortzusetzen.“
Die Feierlichkeiten wurden am 21. Juni bei einer Bootstour mit fast 50 Teilnehmenden des EUSDR-Forums fortgesetzt. Begleitet von Nationalpark-Rangerinnen und -Rangern und dem lokalen WILDisland-Projektteam besuchten sie einige der wertvollsten revitalisierten WILDislands des Nationalpark Donau-Auen.

Eine wilde Flusslandschaft mit Anlandungen aus Sand und Inseln
(c) Ivanov

Hintergrundinformationen:

Das Übereinkommen über Feuchtgebiete (Ramsar-Konvention):

Die Ramsar-Konvention ist ein globales Abkommen mit 172 Vertragsparteien, das den ganzheitlichen Schutz von Feuchtgebieten als wichtige Ökosysteme zum Erhalt der biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen sowie ihren sogenannten "wise use" zum Ziel hat. Es ist eines der ältesten internationalen Umweltabkommen und setzt ein klares Zeichen für den Schutz aquatischer Lebensräume. Die Konvention ermöglicht die Einrichtung sogenannter "Ramsar Regional initiativen", die eine Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, technischen Fachleuten, internationalen Nichtregierungsorganisationen, lokalen Gemeinschaften und privaten Unternehmen bieten. Insgesamt gibt es 21 solcher Initiativen in Afrika, Nord- und Südamerika, Asien und Ozeanien sowie in Europa.

Warum ist die Danube WILDisland RRI so besonders?

  • sie bietet lebendige Verbindungen zwischen bestehenden politischen Netzwerken und Organisationen: IKSPDR, EUSDR mit der Ramsar-Konvention und den anderen makroregionalen Strategien der EU (wie EUSBR & NorBalWet, EUSAIR & MedWet)
  • Vorbild für andere große Flüsse (in Europa)
  • die erste flussbasierte RRI in Europa
  • Verbindung bestehender RRIs (Carpathian Wetlands Initiate & BlackSeaWet)
  • neue Dimension des Ramsar-Managements (Kein Eingriff vs. sinnvolle Nutzung)
  • weitere Möglichkeiten zur Erweiterung und Übertragung auf das UNESCO TBR Mura-Drava-Danube Biosphärenreservat

Was sind die Ziele des Danube WILDisland RRI?

  • Förderung der effektiven Umsetzung des Ramsar-Strategieplans, der einschlägigen Ramsar-Resolutionen und der relevanten Initiativen in der Donauregion mittels Unterstützung von Maßnahmen vor Ort durch Regierungen, zivilgesellschaftliche Organisationen und den privaten Sektor
  • die internationale und sektorübergreifende Zusammenarbeit und den Schutz natürlicher Flussinseln zu fördern, politische Unterstützung zu gewinnen, um die Donau als ökologischen Korridor zu stärken, der mehr biogeografische Regionen miteinander verbindet als jeder andere Korridor in Europa, und als Beispiel für bewährte Praktiken für die Schaffung einer europäischen grünen und blauen Infrastruktur zu fungieren, wobei der Schwerpunkt auf der Wiederherstellung der Flussdynamik und der natürlichen hydrologischen Regime liegt
  • die Donau, ihre angrenzenden Auen und Hauptzuflüsse als integrierendes Ökosystem und inspirierende Lebensader für die neue europäische Makroregion und ihre Bevölkerung zu erhalten, zu entwickeln und wiederherzustellen
  • die Kapazitäten in Bereichen zu stärken, in denen sie nicht ausreichend entwickelt sind, und insbesondere ein anpassungsfähiges und integriertes Management und eine sinnvolle Nutzung von Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) und anderen Feuchtgebieten zu entwickeln und sicherzustellen
  • den Transfer und Austausch von Wissen und Fachkenntnissen zwischen den wichtigsten Akteuren im Bereich des Schutzes und der nachhaltigen Nutzung, um das Management von Feuchtgebieten in der Donau zu verbessern
  • sich mit anderen regionalen und internationalen Aktionen und Programmen zu koordinieren, die für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten relevant sind, und so Synergien zu schaffen, um die Umsetzung des Übereinkommens in der Region zu unterstützen.

 

 
 

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