Nationalparks Austria

7. Nationalparks Austria Forschungssymposium

Unter dem Motto 'Der Biodiversitätskrise begegnen' wird im diesjährigen Nationalparks Austria Forschungssymposium von 7.-9. September in Wien, die Bedeutung von Schutzgebieten und ihr Beitrag zur Bewältigung der Biodiversitätskrise in den Fokus gerückt.

Zwei Männer am Donauufer messen den Wellenschlag vorbeifahrender Schiffe
(c)Baumgartner

Schutzgebiete, Biodiversität und Forschung

Insektensterben, Lebensraumverlust, leere Meere - Die Biodiversitätskrise ist in aller Munde und bezeichnet den weltweit bedrohlichen Verlust an Arten und Lebensräumen, befeuert durch den Klimawandel. Die Wissenschaft geht davon aus, dass bei der derzeitigen Entwicklung des Lebensraumverlustes und der globalen Erwärmung ein großer Anteil aller bekannten Arten bis zum Ende dieses Jahrhunderts vom Aussterben bedroht sein wird. Ihr Verschwinden wird die Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen und stellt damit auch eine Bedrohung für die menschliche Zivilisation dar.
Um diesem Trend entgegenzuwirken und die biologische Vielfalt der Erde zu erhalten, spielen Schutzgebiete, eine Schlüsselrolle beim Schutz von Lebensräumen und Arten sowie bei der Förderung eines dringenden, transformativen Wandels.

Ihre weitgehend natürliche Entwicklung macht Nationalparks zu begehrten Forschungsräumen. Hier können Naturprozesse beobachtet, Entwicklung von Arten dokumentiert und Managementprogramme analysiert werden. Entsprechend groß ist das Spektrum der durchgeführten wissenschaftlichen Projekte: Es reicht vom Langzeitmonitoring von Ökosystemen über Bestandsaufnahmen der heimischen Flora und Fauna bis zur Untersuchung ökologischer und sozialer Entwicklungen. Als international anerkannte Schutzgebiete wahren die sechs österreichischen Nationalparks - genau wie viele andere Naturschutzgebiete weltweit - Landschaften von wilder Schönheit und enormen Artenreichtum. So konnten in den österreichischen Nationalparks beispielsweise 70 Prozent der Arten aus den wichtigsten heimischen Artengruppen nachgewiesen werden. Begleitende Forschung und Monitoring ist für den Erhalt dieser Artenvielfalt unerlässlich und dabei nie Selbstzweck: Gewonnene Einsichten dienen der Optimierung von Gebietskenntnissen und der Erfüllung von Aufgaben im Einklang mit Schutzzielen, gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien der IUCN. So kann auf Missstände hingewiesen, gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen und damit der Biodiversitätskrise begegnet werden. Die Forschungsergebnisse sind von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Sie haben Signalwirkung, erweitern kontinuierlich unser Wissen über Ökosysteme, sind Innovationskraft und vor allem fördern sie die Bewahrung der Natur und damit unser aller Lebensgrundlage.
Diese Bedeutung von Schutzgebieten und ihr Beitrag zur Bewältigung der Biodiversitätskrise, wird beim 7. Nationalparks Austria Forschungssymposium 2022 in den Fokus gerückt.

Eine Jungpflanze des Wilden Weins ist mit einer Nummer versehen worden, um seine Entwicklung messen zu können
(c)Horvath

Fachtagung in Wien

Im Jahr 1996 durch den Nationalpark Hohe Tauern Salzburg ins Leben gerufen, sorgt das im Abstand von circa vier Jahren stattfindende Symposium für frische und spannende Perspektiven auf die Natur und Forschung in Schutzgebieten.
Heuer erstmals im Osten Österreichs, findet die Fachtagung von 7. – 9. September in Wien am Uni Campus statt.

Ziel des Symposiums ist es, den fachlichen Austausch zwischen den Schutzgebieten und Forschungseinrichtungen zu fördern, um internationale Forschungsnetzwerke für die Herausforderungen der Zukunft zu stärken.

 

Vier Themenfelder bilden dabei den Schwerpunkt der Konferenz:
• Die Rolle der Schutzgebiete bei der Anpassung sozio-ökologischer Systeme an den globalen Wandel
• Wildnisentwicklung – Ersatz oder Ergänzung zum Habitatmanagement
• Bewertung von Biodiversitätsgrundlagen und methodische Innovationen
• Wie kann die Rolle von Schutzgebieten in der Gesellschaft gefördert / gestärkt werden?

Durch das großen Interesses der Schutzgebietsforscher:Innen und der beratenden Tätigkeit des wissenschaftlichen Beirats konnte ein breit gefächertes Programm erstellt werden.
Den Keynote Vortrag hält Assoz. Prof. Mag. Dr. Franz Essl, Universität Wien, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, zum Thema „Stemming the Biodiversity Crisis: a Vision for Protected Areas“. Es folgen 25 Sessions, 106 mündliche Präsentationen und zahlreiche Posterbeiträge, zu Themen von Salz-Lebensräumen, über Naturwaldreservate, den Schutz der Nacht bis zu sozialwissenschaftlichen Aspekten und bildet die vielfältigen Forschungstätigkeiten in Schutzgebieten innerhalb und außerhalb Österreichs ab. Neben den Vorträgen, Diskussionen und Poster Sessions wird das Programm durch Exkursionen in nahegelegene Schutzgebiete abgerundet.

Um die nationale und internationale Bedeutung des Biodiversitätsverlust einmal mehr zu unterstreichen, wird Frau Bundesministerin Leonore Gewessler die Konferenz eröffnen.

Zur Anmeldung geht es hier.

Geotag im Gebirge
(c)Fuernholzer

 
 

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