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Life Projekt im Nationalpark Donau-Auen

Ein „Ufer wie damals“ für die Hainburger Au

 
(Orth/Donau, 24.11.2005) „Let the river do the work!“ – Lasst den Fluss tätig werden! – ist das Motto des aktuellen Life-Projekts gegenüber von Hainburg. Denn der Donaustrom mit seiner elementaren Kraft ist unbestritten der kompetenteste Projektpartner, wenn es sich um Uferrückbau handelt. Nicht nur Flussuferläufer, Seeadler & Co werden davon profitieren.
 
Einst bildete die Donau im Bereich des heutigen Nationalpark Donau-Auen ein weit verzweigtes Netzwerk aus zahlreichen Haupt- und Nebenarmen. Doch im Zuge der großen Donauregulierung wurde sie in ein starres Bett gedrängt. Ein "Blockwurf" aus großen Bruchsteinen hat seither weitestgehend das Ufer gesichert und schneidet viele Altarme vom Hauptstrom ab. Das ehemalige Gewässernetz der Flussauenlandschaft kanalisiert sich im Hauptstrom - mit weit reichenden Folgen: Hochwasserereignisse kommen schneller und erreichen Höchstmarken. Die Donau gräbt sich aufgrund mangelnden Geschiebenachschubs rasch tiefer in ihr Bett, gleichzeitig lagert jedes Hochwasser große Mengen an Feinsediment im Auwald ab. Die Aulandschaft wächst in die Höhe - im Bereich Hainburg um 4 Meter seit Beginn der Regulierung. So entkoppelt sich die Aulandschaft vom Fluss und trocknet sukzessive aus. Nicht zuletzt ist für einst typische Tier- und Pflanzenarten durch die harte Verbauung der vormals reich strukturierten Uferzone der Lebensraum eng geworden. Doch der Nationalpark Donau-Auen geht nun zur langfristigen Erhaltung einer dynamischen Aulandschaft einen neuen, innovativen Weg. Das Life-Projekt Revitalisierung Donauufer gegenüber Hainburg ist ein Naturschutzprojekt mit Pilotcharakter. Bislang wurde in Europa an einem Fluss dieser Größe kein vergleichbares Projekt realisiert.
 
Kiesbank statt Blockwurf, Dynamik statt Verlandung, Vernetzung statt Kanalisierung
Im Uferbereich des Turnhaufens in der Stopfenreuther Au, gegenüber von Hainburg  wird auf einer Strecke von 3 Kilometern der Blockwurf entfernt. Dazu waren zunächst Rodungen auf einem schmalen Streifen nötig, um Zufahrt und Zugriff auf die Verbauungen zu ermöglichen. Die Holzarbeiten wurden seitens der Österreichischen Bundesforste AG durchgeführt, das Material im Biomassewerk Simmering verwertet. Anschließend werden nun etwa 24.000 Kubikmeter Stein des Blockwurfs abgetragen und per Schiff aus dem Gebiet entfernt.
Den Rest erledigt dann die Donau allein. Durch ihre Dynamik und Kraft wird sich wieder ein strukturreiches Ufer bilden, geprägt durch Schotterflächen, Pionierweiden, steile Uferanrisse und Flachwasserbereiche. Der Fluss darf sich erneut ein "Ufer wie damals" formen. Die Donau wird wieder mit der Aulandschaft vernetzt, mehr Wasser gelangt in die Au. Charakteristische Donaufische wie etwa der Streber oder die Koppe finden in Flachwasserzonen geeignete Kinderstuben, Schotterbänke dienen als Brutplatz für den Flussuferläufer und der hier ausgestorbene Kleine Rohrkolben findet neuen, "alten" Lebensraum. Doch auch der Mensch profitiert unmittelbar. Denn der Uferrückbau verbessert den Hochwasserabfluss und wird zu einer Absenkung der hohen Pegelstände im Bereich Hainburg um bis zu 10 cm führen. Nach der langen Planungs- und Bewilligungsphase sind nun die mit der Umsetzung betrauten Projektpartner am Werk: im Oktober war Baubeginn, im Frühling 2006 werden die Arbeiten abgeschlossen sein.
 
Rückfragehinweis:
Nationalpark Donau-Auen GmbH
Schloss Orth, A-2304 Orth an der Donau
(02212/3450 Fax DW 17
nationalpark@donauauen.at
 www.donauauen.at
 
 
Kovacs
 
      
Dolecek
 
 Uferrückbau (Foto: Kovacs)        Flachufer (Foto: Dolecek) 

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24.11.2005,